Geschafft! 2. Internationale Weserfahrt

02.08.2019

 

 

Wir sind etwas abgeschlafft, aber heil und glücklich in Nordenham angekommen.

18 Tage voller Erwartung, Mühe, Plackerei und Freude liegen hinter uns.

 

Wir, das waren 16 Frauen, 20 Männer, darunter ein Österreicher, drei Niederländer, zwei Belgier und eine Dänin, die sich zur 2. Internationalen Weserfahrt zu einer Gruppe zusammen getan hatten. Alles erfahrene Gepäckfahrer, die aber zum größten Teil die Weser nicht kannten, jedenfalls nicht die Mittel- und Unterweser. Gereizt hatte sie die Befahrung eines Flusses in seiner gesamten Länge, aber besonders die der Unterweser. Es waren diesmal die Wetterverhältnisse, die die drei unterschiedlichen Charaktere des Flusses klar erkennen ließen. Die Bergwelt der Oberweser, eindrucksvoll und Ruhe vermittelnd, präsentierte sich diesmal grau in grau, kühl und regnerisch. Auf der Mittelweser dagegen war es warm, zunächst mit Rückenwind, dann aber wurde es stürmisch mit Donnerwetter, Hagel und Starkregen. In Bremen schlug das Wetter schlagartig um, und es begann die „Heißsommerglut“.

 

Alle Teilnehmer waren gespannt auf die Unterweser mit all ihren Aufregungen, wie Tidenstrom, Querungen, Spundwände, die die Wellen – verursacht durch den regen Sportbootverkehr, die Seeschiffe und vor allem durch die Schlepper – zurückklatschen ließen. Dann waren da noch die ´magnetischen´ Tonnen, die die Paddler anziehen, wenn sie nicht aufpassen und der Wind, der kurze harte Wellen hervorrufen kann, wenn er gegen den Strom steht. Von unseren beiden Fahrtenleitern Hans Thielbörger und Fritz Seemann auf all dieses gut vorbereitet, starteten wir in Bremen. Und nun? Die Sonne brannte, kein Lüftchen regte sich, das Wasser war spiegelglatt, und sogar die großen und kleinen Pötte schienen sich verkrümelt zu haben. Es gab auffällig wenig Schiffsverkehr. Fahrtenleiter Hans stand punktuell mit den Schifffahrtsleitstellen in Verbindung, um die Querungen des Fahrwassers mit allen 35 Fahrern sicher durchzuführen. Nicht wenigen fiel ein Stein vom Herzen, dass es so gut lief. Genuss stellte sich ein.

 

Präzisionsarbeit bzw- -planung war auch bei der letzten, 16 Kilometer kurzen Etappe der Internationalen Weserfahrt nötig. Denn an der Rampe im Sportboothafen von Nordenham wollten wir bei hohem Wasserstand aussteigen, um die Gepäckboote leichter an Land ziehen zu können. Bei Niedrigwasser ist der Hafen total verschlickt und ein Anlanden unmöglich. Die Etappe musste also genau berechnet sein. Um die Zeit optimal zu nutzen, hatten alle um 9.15 Uhr abfahrbereit zu sein. Pünktlich um 11.45 Uhr haben wir so unser Endziel erreicht.

 

Dies war die letzte von 13 Fahrtetappen – die mit Abstand kürzeste von allen. Bei der ersten Internationalen Weserfahrt vor zwei Jahren hatte sich herausgestellt, dass das Zeitfenster zwischen Rönnebeck und Nordenham für eine große Gruppe zu knapp war. Und so hatten wir für die Unterweser eine weitere Übernachtung, nämlich auf der größten Flussinsel Deutschlands, auf dem Harriersand, eingeplant. Kein Schaden, ganz im Gegenteil: Der Naturzeltplatz auf der Insel war ganz besonders und auch Brake ist einen Besuch wert.

 

Eine abwechslungsreiche, anstrengende Zeit liegt hinter uns. Gefreut haben wir uns über das Engagement fast aller Vereine, allen voran Minden, Bremen und Nordenham, die uns nach anstrengenden Stunden auf dem Wasser eine Rundumversorgung boten. Dankbar angenommen haben wir auch nach Donner, Blitz und Regengüssen vor Hoya den Dachboden des WSV, auf dem man gern seine Matte ausbreitete.

 

Husten, Schnupfen, Durchfall, Rückenschmerzen, alles vergessen am Ziel, in Nordenham am Meer!

 

„Es war meine erste Gepäcktour und ein großes Abenteuer für mich.

Ich bin dankbar, dass ich teilnehmen durfte und stolz, dass ich es geschafft habe.“ 

 

schreibt Bettina. Darüber freuen sich die Organisatoren.

 

Elisabeth Thielbörger

 

 

Foto: Teilnehmer 2. Internationale Weserfahrt

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Geschafft! 2. Internationale Weserfahrt (02.08.2019)