Hannoversche Kanurennsportler mischen die deutsche Meisterschaft auf

05.09.2019

Brandenburg an der Havel. Erstmals seit mehr als 20 Jahren haben Kanurennsportler aus Hannover wieder mit mehreren Sportlern deutsche Meistertitel erringen können – vor allem bei den Sportlern aus dem Kanu-Club Limmer e.V. trug die intensive und nachhaltige Jugendarbeit der letzten Jahre, generiert durch Sabine Wambach, Anja Grote und Jan Steuer, nun ihre Früchte.
Am Freitag gab es nach einem starken Vor- und Zwischenlaufergebnis das erste Edelmetall für den Kanu-Club Limmer: Finja Hermanussen (13) lag die ersten 450m an der Spitze des Rennens über 500m im Kajak Einer, um sich 50m vor dem Ziel nur der starken, ein Jahr älteren und physisch stärkeren Konkurrenz aus Berlin geschlagen geben zu müssen. Das hieß Silber! Drei Stunden später sollte ihr das im Rennen über die doppelte Länge im Einer aber nicht noch einmal passieren. Dort fuhr sie sehr souverän ihrer Konkurrenz davon und sicherte sich mit dieser fünften Disziplin im Mehrkampf, der über vier Tage ausgetragen wird, den diesjährigen deutschen Meistertitel. 
Und auch im Kajak Zweier mit ihrer Partnerin Karlotta Budimir (13), ebenfalls vom KC Limmer, ging es am Samstag nochmal um Medaillen. Über die 500m fuhren sie der starken Konkurrenz aus Ost- und Westdeutschland mit einer guten halben Bootslänge davon und wurden ungefährdet deutsche Meisterinnen. 
Dem wollten die anderen Limmeraner Kanuten natürlich in nichts nachstehen. Während es im K1 für David Appelhans (Silber bei den Olympic Hope Games im letzten Jahr) und Karlottas Bruder Anton Budimir (beide 16) noch nicht ganz klappen sollte – David belegte über die 500m einen undankbaren 4. und über die 1000m Distanz einen 7. Platz; Anton wurde über 1000m 8ter – schlug die Stunde der beiden Jungs, die mittlerweile im Leistungszentrum in Ahlem trainieren und für die Sportkarriere auf die Humboldtschule gewechselt sind, am Samstag. Dort wollten sie ihre Stärke, den Kajak Zweier, den sie schon seit Jahren erfolgreich miteinander fahren, unter Beweis stellen. Zunächst standen die 500m auf dem Programm, die sie nach 1:43.142 überstanden hatten und damit zwei Zehntelsekunden langsamer waren als die Sieger aus Berlin – Silber war schon mal sicher. Aber sie wollten noch mehr. Zwei Stunden später war noch die vor allem von David favorisierte 1000m Distanz im Zweier zu absolvieren. Nachdem sie schon in den Vor- und Zwischenlauf ihre Konkurrenz in Schach gehalten hatten, hieß es nun, an die gute Vorarbeit anzuknüpfen. Gesagt, getan: Nach 3:44.273 fuhren sie, nach einem beherzten Zwischenspurt dem die Konkurrenz nichts mehr entgegen zu setzen hatte, als Erste über die Ziellinie und können sich nun deutsche Meister nennen.

Am letzten Wettkampftag, an dem traditionell die Langstrecken ausgefahren werden - für die Schüler 2000m, für die älteren Semester 5000m - konnte derweil noch eine weitere Medaille aus dem Beetzsee gefischt werden:
Finja Hermanussen (13) wurde im Einer über die 2000m in einer beachtlichen Zeit von 9:20min Zweite hinter Annelie Tropschuh (14) aus Berlin, die ihr auch schon den deutschen Meistertitel über die 500m streitig gemacht hatte.
Anton und David sind in ihrem gut eingefahrenen K2 an den Start gegangen und haben den fordernden Rennen vom Vortag Tribut zollen müssen: Über die 5000m wurden sie nach hartem Kampf nicht mit Edelmetall belohnt und landeten auf Platz 4.

Somit gehen drei Gold- und drei Silbermedaillen nach Hannover an den Leineabstiegskanal in Limmer!

Fotos:
Siegerehrung K2 weibliche Schüler A über 500m (in der Mitte in blau): Finja Hermanussen und Karlotta Budimir (von li. nach re.)

Siegerehrung K2 männliche Jugend über 1000m (sitzend): David Appelhans und Anton Budimir (von li. nach re.)

David Appelhans (vorne) und Anton Budimir nach dem Zieleinlauf bei ihrer Goldfahrt über 1000m
 

 

Foto: David Appelhans (vorne) und Anton Budimir nach dem Zieleinlauf bei ihrer Goldfahrt über 1000m